Mittwoch, 7. November 2018

Modelista trifft Gemma - MMM

Ich gehöre zum Team "Streifen gehen immer". Deshalb war nach Erscheinen des neuen Stoff&Stil Kataloges klar dass der gestreifte Twill bei einem netten Ausflug mit Elke nach München in den Einkaufswagen kommt.

Nur die gestreiften Rüschen am ausgestellten Beispielrock überzeugten mich nicht ganz, ich wollte eher was mit Falten ... wieder Onion 3033, oder Chardon?








Es wurde dann doch mal ganz was anderes, ein Rock im Paperbag-Style. Der Schnitt ist Aime comme Modelista.

Ein wunderschön gestaltetes Papierschnittmuster kam bei mir an, mit einer Anleitung auf Französisch (das ich nicht verstehe) und einer Übersetzung auf Englisch die mir leider manchmal Rätsel aufgab. 








Glücklicherweise war ich beim Nähen nicht allein, denn der Rock entstand bei einem schönen Nähwochenende.
Mein erstes Problem konnte innerhalb von 5 Sekunden gelöst werden, denn meine reizende Nebensitzerin hatte tatsächlich super passendes gelbes Garn in ihrem Wunderkörbchen mit dem ich meinen Beleg absteppen konnte.
Dann sollten vier Lagen Stoff mit einem Knopfloch verbunden werden, das scheiterte immer am Aufschneiden, wobei ich jedes Testknopfloch kaputtschnitt . Da brauchte ich schon etwas länger bis ich auf die Stimme von gegenüber hörte ... "mach doch einfach zwei getrennte Knopflöcher". 
Verschlossen wird der Rock mit zwei Knöpfen, die Zeichnungen und die Beschreibungen sprachen so gar nicht zu mir und ich steckte in einem fast fertigen Rock und wusste nicht wohin die Knöpfe zu den Knopflöchern. Glücklicherweise gab es geduldigere Faltenlegerinnen als mich und siehe da, auf einmal passte die Taillenweite und der Rock konnte geschlossen werden. DANKE! Ohne euch hätte ich jetzt vermutlich einen UFO-Rock.

Hier eine kleine Bilderabfolge die versucht zu verdeutlichen wie der eigentlich simple Verschluss funktioniert (für die fotografiert die vielleicht hier mal landen und genauso verwirrt sind wie ich):


geöffneter Rock, die beiden nebeneinanderliegenden Knopflöcher sollten als ein Knopfloch genäht sein


die blaue Steppnaht hilft mir den Stoff an der richtigen Stelle zu falten dass die beiden getrennt genähten Knopflöcher genau übereinanderliegen


den ersten Knopf so innen am Beleg anbringen dass die Taillenweite passt



das ergibt eine große Falte über die vorderen Mitte

den zweiten Knopf jetzt so unter dem zweiten Knopfloch anbringen dass die Falte durch eine Stofflage fixiert wird
Blick in die Falte
den Rest der Falte hält das Bindeband das übrigens zu 3/4 fest aufgenäht ist, so dass alle anderen gelegten Falten immer sehr schön ordentlich da sind wo sie sein müssen :-)







Was war ich froh als das Knopfthema erledigt war. Nur noch säumen und fertig. Und die Streifen sahen so schön aus und das Paperbag hat mir so gefallen, aber da war doch noch so ein kleines "so wird es kein Lieblingsstück" Gegrummel in meinem Bauch.









Ich hatte den Rock verlängert, einfach so weiter wie die Schnittlinien waren, also das Vorderteil ausgestellter als das Rückenteil. Durch die Verlängerung lappte die sehr A-Linien-mäßige Vorderseite über die schmaler fallende Rückseite über. 
Trotz der kleinen Unzufriedenheit habe ich den Rock gleich einen Tag zur Arbeit getragen und dachte vielleicht geben sich meine Bedenken ja ... die Bedenken blieben. 
Die Seitennähte aufgetrennt und das Vorderteil auf jeder Seite am Saum um 6 cm verschmälert, auslaufend bis zur Taschennaht.



kleine Eingrifftasche auf der rechten Seite




Und danach kann ich sagen: HURRA! Genau so hab ich mir das vorgestellt!!!










Ende gut, alles supergut!



Und wer jetzt noch wissen will was das für ein Shirt ist dass ich dazu trage :-)

Gemma von named clothing in meiner vierten Variante (Nummer 1, Nummer 2 und Nummer 3 ist noch nicht verbloggt).

Genäht aus dunkelblauem Baumwolljersey in der schmalen Variante die eigentlich der Kleiderschnitt ist. Einfach gekürzt auf Shirtlänge.









Bevor ich euch jetzt endgültig zum heuten MeMadeMittwoch entlasse muss ich noch kurz erwähnen wieso ich auf den Bildern zerknautscht und voller Wollfussel bin (und ich mich beim Fotografieren nur noch nach Sofa und Beine hoch gesehnt habe).
Die Bilder haben wir gemacht nachdem wir Sonntag Stunden auf der SlowSchaf waren.



wie schön es war am Beispiel dieser historischen Sockenrundstrickmaschine


Ich war so von der Ausstellung und den vielen wunderschönen Backsteinhäusern von albgut so geflasht dass ich jedem nur empfehlen kann in Münsigen vorbeizuschauen. Ich möchte mir zum Beispiel unbedingt noch die Ausstellung von Denise Bettelyoun "Subversive Filze&Kritische Gestricke" anschauen. Vielleicht treffen wir uns?