Samstag, 30. April 2016

UFO - April II

Letzter Tag im Monat und bei Yvonnetsureal wird Resümee gezogen was aus dem Vorhaben die unfertigen Nähobjekte zu beenden geworden ist.

Da es bei mir kein echte Problem - UFO sondern nur ein über den Jahreswechsel liegen gebliebener Rock war ging alles recht schnell. Reißverschluss rein, Beleg und Futter rein, alles Säumen.  






Dass ich den Schnitt mag war schon vorher klar, meiner erste Variante war noch kleingemustert, dann eine Variante mit angereihtem Rock anstelle der Kellerfalten, mein Rosenrock und noch etwas verschmälert in gestreift. Jetzt also Version 4, der Rock aus schwarzem Unikko von marimekko. 





Fertiggenäht und Fotografiert (von der lieben Elke (ja, nicht nur ich heiße so :-)) , die Nähzeit geopfert hat um eine Runde spazieren zu gehen) wurde mein April-UFO beim Nähwochenende auf der Burg Feistritz.




Ich hatte ja etwas Befürchtungen dass der feste Baumwollstoff ganz und gar unkontrolliert in alle Richtungen absteht, das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet, aber ausreichend Stand hat er auf alle Fälle und ein klein wenig Bewegung genügt um den Rock fliegen zu lassen.








Der April wäre also erfolgreich abgeschlossen. Was kommt im Mai?
Nachdem das hier ein Anfänger UFO war wird es nächsten Monat ein klein wenig ernster ... zumindest handelt es sich diesesmal um ein echtes sehr altes UFO.

Es muß von Anfang 2013 sein. Ich wollte damals ein graues Kleid aus Romanti (geplant war es zu braunen hohen Stiefeln und braunem Gürtel) nach dem Lieblingskleiderschnitt von 2012 (mein Erbswurstkleid) nähen. Leider zickte meine Nähmaschine und es wurde getrennt und genäht und getrennt und die Absteppungen wollten nicht gelingen. In meiner Verzweiflung nähte ich noch irgendwie die Ärmel ein und dann gab ich mit der alten Maschine auf und kauft dann doch eine Neue. Das Kleid blieb liegen ... ich hab es heute wieder gesucht und gefunden. Ich muß erst mal sehen ob es so ungefähr passt und ob ich es wirklich haben möchte, vielleicht wenigstens als bequemes Hauskleid. Ende Mai wird verraten was daraus geworden ist.

Freitag, 29. April 2016

Burg Feistritz, Dolores, einige Nähmaschinen und ich

Seit ein paar Jahren liest man hier im Herbst dass ich auf "der Burg" zum Nähen war
(2012, 2013, 2014, 2015). Meist nur versteckt in einem Post bei dem es um ein Kleidungsstück geht, zwischendurch doch mal mit ein paar Bildern. Keine große Lobhudelei, wenig überschwängliche Worte. 






Vorletztes Wochenende war ich wieder da (obwohl gar nicht Herbst war ;-) ). Zum Nähen auf der Burg Feistritz mit Dolores vom kleinformat. Zum 5ten mal, 650 km weit gefahren um zu nähen, es war Jubiläumsburg, die 10 (und Letzte).





Als Dolores bei einem Frühstück (in der Burgküche (leider keine Fotos, sooo schön) in irgendeinem Herbst (ich glaub 2013 *hihi*) mal fragte was der Grund sein kann dass man soweit anreist um dort zu nähen (und ich war nicht die, die den weitesten Weg hatte, ich sage nur Hamburg-Feistritz 1000km) wusste ich gar keine Antwort ... ja wieso eigentlich?

  • Die hübschen Kavaliershäuschen als Unterkunft, Nähatelier, Versorgungszentrale?
  • Burg Feistritz in idyllischer Lage sehr sehr weit weg vom Alltag?
  • Österreich wo man sich als Ausländer einfach mal "dumm" stellen darf, die Speisekarte nicht lesen kann, nicht mitreden kann wenn es um den neuesten Laden in Wien geht, den (hoffentlich) zukünftigen Bundespräsidenten in der Gaststätte nicht kennt?
  • Ein Wochenende lang nur nähen? (Kann ich das nicht näher zu Hause auch?)
  • Ein ungezwungenes Nähwochenende wo alles genäht werden kann (von 30 Shirts am Stück, über Hausschuhe, Kasperletheatervorhängen, Nähmaschinenkunst, Ganzkörperoveralls (bevor Jumpsuits in jedermanns Munde waren), Mäntel, Taschen, Kinderröcke, bis zum Kleid (und wenn das Futter, oder auch der Reissverschluss (wahlweise Knöpfe o.ä.) gefehlt hatte, egal, irgendjemand konnte aushelfen))?
  • Die kompetente und doch unaufdringliche Hilfe durch Dolores wenn man nicht mehr weiterwußte (z.B. meine erste Burg, ein Kinderkleid nach Burda ... "leg das weg und mach was ICH sag")?
  • Die Kombination aus Nähen, der Möglichkeit zu Pausen beim Waldspaziergang, oder "rumhängen" im Vorraum wo zugeschnitten, gelesen, beraten, Stoff von Alex gestreichelt und von Hand genäht wurde?
  • Die kleine Gruppe von 14 Personen?



Bestimmt war nicht immer alles supidupi harmonisch durchgestylt perfekt, genau das war es aber vermutlich dass so anziehend war dass ich immer wieder gerne so weit gefahren bin. 

5 Jahre, 5 mal Nähen auf der Burg, viele Unbekannte, einige dann doch immer wieder getroffen, die letzten zweimal hatte ich sogar "Verstärkung" mitgebracht :-)




Danke Dolores, Danke Alex, Danke der Burgherrin dass wir dort Nähen durften.
Schade dass es vorbei ist denn auch wenn ich es nicht gerne zugebe so bin ich doch (mit dem Alter ;-) ) ein Gewohnheitstier geworden, und Nähen auf der Burg im Herbst war schon ein fester Bestandteil meines Jahresablaufs.


Zum Schluß ein unperfektes sonniges Lieblingsbild vom Wochenende. 



... und uns allen eine gute Zeit mit wenig geiselnden Terminen (denn eigentlich kann ich es sehr gut verstehen wenn jemand sagt 10mal ist eine gute Zahl um aufzuhören), Zeit für anderes, Zeit für neues.


Montag, 11. April 2016

UFO -April

Als Yvonet das erstemal von UFO-Abbau sprach dachte ich "hab' ich nicht, muß ich nicht".
Das ist wie wahrscheinlich bei den meisten von euch nur die halbe Wahrheit.
Wie Birgit von lila und gelb schreibt wechselt die Jahreszeit manchmal einfach und das gute angefangene Stück ist noch nicht fertig.

So ein Fall ist auch der Rock, der den ganzen Winter die Rückenlehne meines Nähstuhles geziert hat.





Die Geschichte beginnt vor ca. einem Jahr. Das größte Haushaltswarengeschäft der Stadtmitte reduziert seine marimekko Tischwäschemeterware. Mein Interesse war mäßig, Tischdecken oder ähnliches gibt es bei uns höchstens (allerhöchstens, zu Weihnachten oder so). Beim nächsten Besuch war immer noch ziemlich viel des Stoffes da, kein Wunder, denn ein Schnäppchen waren sie natürlich trotz Reduzierung immer noch nicht. Ich wartete auf was und betrachtete die hübschen Stoffe und kam zu der Erkenntnis dass es dieser Schwarze nicht verdient hat auf dem Reduziertstapel zu liegen... das war unter seiner Würde. Also schnell bevor ich es mir doch wieder anders überlegen konnte 1,5 Meter geordert und ab damit an die Kasse. Da wurde gerade die Azubine/Praktikantin/neue Mitarbeiterin eingelernt. Erstauntes Fragen"Wir haben auch Stoff?", die ältere Kollegin "Ja, für Tischwäsche, also Läufer oder Sets". Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen :-) "Das wird ein Rock!". Die Jüngere "Super Idee, viel Spaß damit" (die ältere  Dame dachte vermutlich ich habe einen Knall, es handelt sich um ziemlich starre Baumwolle, null Fall, viel Stand, viel Knitteranfälligkeit).

Der Sommerurlaub kam, der Rock war noch nicht angefangen. Danach war ich krank und dachte meinen Standardfaltenrock (Onion 3033) kann ich schon im Schlaf, den zu nähen entspannt mich beim Kranksein und die Farbe kann man auch im Herbst tragen.
Pustekuchen. Falten gelegt, Passe angenäht und eine Seitennaht geschlossen. Das Kranksein wurde schlimmer, der Rock wurde nicht fertig, der Winter kam.

Jetzt kommt der Frühling und es fehlt:
der Reißverschluss
die zweite Seitennaht
der Beleg 
das Futter
der Saum

Und ich glaub das schaff' ich diesen Monat (Yvonets vorgegebenes Ziel ist der 30.4.), denn am Wochenende fahr ich zum Nähen auf die Burg. Falls ich da zu was komm und nicht nur traurig bin dass es das Letztemal sein wird und deshalb mehr quatsche anstatt nähe.
Allerdings wie gesagt ... der Rock geht praktisch auch im Schlaf.




Und falls der Stoff als Rock so ganz und gar nicht taugt ... ich finde er passt ganz hervorragend zu meinem Sofa und Kissen kann man ja nie genug haben ;-)

Donnerstag, 7. April 2016

Das Pandakleid

Vor 3 Jahren wurde meine Tochter vom Grizzlybär zum Pandabär.
Kurz danach bestellte ich bei Peppauf einen Velouraufbügler mit und dachte den könnte ich ja mal brauchen. 





Der Aufbügler lag in der Schachtel meine Tochter entdeckte ihn und wollte natürlich ein Kleid. Das war vermutlich vor mind. 2 Jahren :-) 
Immer wieder mal kam der Aufbügler ins Gespräch, aber so richtig passen wollte er nie.
Irgendwann schmiedete das Kind selber Pläne. Es sollte ein Drehkleid werden, aus Pandastoff mit dem Panda drauf.
Aha ... Pandastoff auch noch. Ich war wenig begeistert und machte mich auf die Suche nach Pandastoff. Es gibt viele ... sehr viele ... sehr bunte. Ich bin nicht gerade Meister im Stoffkombinieren aber ein ganzes Kleid aus Pandastoff ging gar nicht.





Grauen Baumwolljersey gekauft und das Mädchen versucht zu überzeugen dass der Aufbügler nur auf hellem Stoff schön aussieht. Sie war sehr skeptisch, denn alle Farben sind schön, nur grau und schwarz sind gar keine Farben. Gestreifter Jersey für das Kapuzenfutter (von Stoff und Stil) war noch im Vorrat.



Der erste Frühlingstag kam und das zugeschnittene langärmelige Kleid lang immer noch da. Dann musste es schnell gehen und es ging schnell. Auch dank des Spezialfüßchens für schmale Säume (schon des öfteren hatte ich davon bei PaisleyPirouette gelesen).




Und das Mädchen freut sich und ist glücklich mit seinem Pandakleid, denn es dreht ...





... und dreht ...





... und dreht gerade noch rechtzeitig ... denn in 4 Monaten ist sie gar kein Pandabär mehr.





Verlinkt bei Meitlisache