Dienstag, 21. Juni 2016

2 Versuche - 1 Rock




Eigentlich näh ich doch schon ein Weilchen und denke dass ich zwischenzeitlich in etwa einschätzen kann welcher Stoff sich so in etwa für was eignet. 
Aber vor ein paar Wochen war ich auch mir selbst gegenüber beratungsresistent.

Angefangen hat es mit einem neuen hellen Shirt mit goldenen Punkten für meine Tocher.
Da fiel mir ein dass ich doch immer noch Reste von meinem halben gepunkteten Teller habe.

Dem Kind den Stoff gezeigt, ja, er wurde abgenickt und ich hab' in eingepackt um auf der Burg zu vernähen. 

Allerdings hatte ich mir auch schon vorgenommen an dem entspannten Wochenende endlich mal meinen Ruffler auszuprobieren.
Also noch einen geeigneten Ottobreschnitt mit dazu gepackt.

Ob Stoff und Schnitt zusammen gehen hab' ich mir gar keine Gedanken mehr gemacht, dachte ich noch wenn ich den Kinderrock noch als Stufenrock nähe wird er meinem noch unähnlicher denn ich wollte keinen kleinen Zwillig nähen.




Den Oberen hab ich am Wochenende genäht. Jeden schiefen Blick ignoriert und jedes Gefühl meinerseits dass das getragen komisch aussehen könnte unterdrückt.

Zuhause das Mitbringsel ausgepackt, es wurde freudig anprobiert und dann standen wir zusammen vor dem Spiel und es sah einfach nur komisch aus.
Der Stoff hat einfach zuviel Fülle und durch das Geraffel (das mir sehr Spaß gemacht hat) sieht es aus wie ein getupftes Baiser dass es nicht mal für ein 6jähriges Mädchen tragbar ist.
Das Mädchen traurig, die Mama im Dachboden verschwunden und noch das Reststück von dem Teil des Stoffes rausgesucht aus dem ich meinen Teller geschnitten habe und das genäht was zur Zeit am Wichtigsten ist. 




Einen Drehrock, sprich ganzen Teller.




Ich glaub brauch nicht zu erwähnen dass das mindestens doppelt so schnell genäht und das Kind mindestens um das 10fache glücklicher war.




Jetzt muß ich nur noch dafür sorgen dass immer einer unserer Röcke in der Wäsche ist ;-)

Verlinkt bei Meitlisache.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Eden-Variation - MMM

Wenn man bei Regen draußen fotografiert hat dass denn großen Vorteil dass kaum jemand (außer einem bemitleidenswerten Donauradwegwanderer) unterwegs ist.
Der Nachteil liegt auf der Hand ...







Aber mein neues Kleid wollte ich unbedingt mit Wasser (und davon haben wir momentan wirklich mehr als genug) fotografieren. Meer war leider zu weit weg, da mußte Donau(alt)wasser herhalten.




Dieses Bild in einer  Frühlingsausgabe vom JB Katalog sprach mich sofort an. Leider nicht mehr original erhalten :-) ich musste gleich am Frühstückstisch dem Mann zeigen dass es auch bei dem Model in ein paar Zentimetern länger schöner aussehen würde (für meinen Geschmack zumindest).

Kurze Zeit später fielen mir beim beim örtlichen Stoffhändler die schönen Biojerseys von Albstoffe auf. Das Kleid kam mir wieder in den Sinn und schon war marine-weiß eingekauft.





Der Schnitt des Oberteils ist vom Kleid Eden aus La Maison Victor (Nov-Dez 2015).
Vor dem Nähen natürlich bei Silvia recherchiert und wegen der Größe ein schnelles Probeteil genäht. Den Ausschnitt hab' ich daraufhin einen Zentimeter verschmälert,
aber die Abnäher die hoch sitzen sollten fand ich ganz passend ... naja ... ich weiß nicht mehr wie lange ich das Porbeteil gezupft habe bis sie gepasst haben.
Auf jeden Fall, beim nächsten Kleid dann doch wie empfohlen etwas tiefer.





Die Rückwertige Teilung und den tiefen Ausschnitt des Originalschnittes gibt es bei mir auch nicht. Als Rock habe ich ein gerades Stück eingereiht, so in etwa die doppelte Taille.

Der Ausschnitt wird mit einem Beleg versäubert. Eigentlich mag ich das sehr gerne, nur hab' ich keine Lust bei einem Alltagskleid morgens mit Verrenkungen im Rücken den Beleg zu sortieren. Deshalb den Beleg etwas verschmälert und breit abgesteppt.





Irgendwann wurde es dann aber doch zu nass, deshalb schnell die Jacke angezogen. 





Beim heutigen  MMM zeigt Sybille auch nicht das sommerliche Kleid da die Temperaturen leider nicht sommerlich sind. Irgendwo Sonne und Wärme?

Mittwoch, 8. Juni 2016

Crescent - MMM

Montag kam auch bei uns endlich die Sonne durch, ich war in einem der schönsten Stadtteile unterwegs, hatte 15 Minuten Zeit und Kamera, Stativ und Fernauslöser dabei.

Schon etwas verknittert von der Arbeit und leicht hektisch, da ich kurz zuvor noch ein Kindertransportproblem zu lösen hatte, dann aber fest entschlossen die Sonne zu nutzen um schnell meinen neuen Rock zu fotografieren.

Idyllische Location gefunden. Die 3 Bilder erspar ich Euch, schnell war mir klar dass da der Kontrast Schatten und grelle Sonne viel zu stark war (und egal wo ich stand, mein Kopf war immer in der Sonne).



Bisschen weiter den Zaun entlang. Jetzt Halbschatten ... viel zu ungleichmäßig.



Noch ein Stückchen weiter. Unentspannter Blick ... viel zu viele Leute kommen vorbei (Danke dem netten Herrn der mich junges Fräulein nannte und mir meinen Kameradeckel hinterhergetragen hat).



Ab zum Wasser, etwas abseits vom Weg ... kaum hatte ich ein Testbild gemacht kam eine Mama mit Kleinkind und gesellte sich zu mir.




Aufgeben gilt nicht, deshalb weiter und da kam ein zum Feierabend verlassener Schulparkplatz, die schicke Wand im Schatten, der Rosenbusch in direkter Sonne viel zu hell ... egal, meine Zeit wurde knapp und ihr wollt doch jetzt endlich mal Bilder vom Rock sehen.




Der Rock: Crescent Skirt von Sewaholic (die schmale Version (A))




Von der Seite: etwas gewünscht Fülle für hinten ;-)




Der Stoff ist zweifarbiger (rose/braun) Chambray. Ein "Rest" vom Burgfräuleinkleid, der eigentlich ursprünglich mal für ein Kleid für mich gekauft war und gerade noch so für den Rock gereicht hat (dem Bund aus vielen Einzelteilen sei Dank).




Was man bei den stark belichteten Sonnenbildern gar nicht sieht sind die Absteppungen aus extra dickem grauen Garn um dem Stoff etwas den Eindruck von braun zu nehmen.





Den Reißverschluss habe ich original nach Anleitung eingenäht auf eine (für mich) recht ungewohnte Art. Zuerst wird er am Beleg (und bei mir Futter) angenäht, dann erst am Oberstoff und dann noch abgesteppt. Außen für mich ein etwas seltsamer Anblick, beim nächsten mal dann vielleicht doch einfach wie immer nahtverdeckt, aber innen superschön:




Auf dem Bild kann man auch erkennen dass der Rock wirklich ein "Zwilling" vom Kleid vom kleinen Mädchen ist, der Blümchenstoff ist auch ein Rest davon.

Nur das Schrägband vom Saum gehört ganz alleine meinem Rock:




Probleme? Der Rock war mir zuerst viel zu weit. Entweder kenne ich mein aktuelles Taillenmaß nicht richtig, oder ich dachte bei der Größenwahl dass ich den Rock nicht zu hoch tragen möchte. Aber anders als ganz in der Taille geht bei dem Schnitt glaub' nicht, wenn die Passe tiefer hängt wird es sehr seltsam.




Fast vergessen ... sehr bequeme, große, angeschnittene Taschen gibt es auch.

Jetzt aber genug der Bilderflut, wie immer Mittwochs trifft man sich beim MMM.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Vogelshirt - MMM

Heute ist Thementag "Animal" beim MMM.

Animalprint in Form von Tierfellen gibt es bei mir nur zur 5. Jahreszeit (z.B. Zebra), ansonsten ist mein Schrank komplett frei von Tierimitat (nicht mal ein Tuch oder Schuhe).

Kleidungen mit Tierabbildungen konnte man bisher an einer Hand abzählen (ein Loop mit Flamingos, ein Urlaubsmitbringselshirt mit Falmingos, ein Shirt mit Rehen, eine Bluse mit vielen kleinen Eichhörnchen, ein Hochzeitsgastkleid mit Vögeln).
Diese Kategorie ist also noch ausbaufähig :-)

Jetzt neu, ein Vogel-Shirt nach Onion 5035.



Die Ärmellänge nicht original da der schmal liegende Baumwolljersey von birch für die weiten angeschnittenen Ärmel nicht ausgereicht hat und dann soweit gekürzt bis es für mich wieder harmonisch aussah.



Ich bin ja weder ein routinierter Shirtnäher noch mag ich so besonders gerne Jersey, aber dieser feste Stoff hat es mir einfach gemacht, sogar der Angstgegner V-Ausschnitt (zum Üben gleich vorne und hinten) war weniger schlimm als gedacht.




Kombiniert mit Lieblingsrock 



... und Stricktuch gegen die unangenehme Frühjahrserkältung





... reihe ich mich ein beim großen tierischen  Treffen des MMM.

Dienstag, 3. Mai 2016

Summer Shawl Knit Along - 2. Finale

Zum eigentlichen Finale des Summer Shawl Knit Alongs war ich noch nicht ganz fertig, aber jetzt läd Monika von wollixundstoffix zum 2. Finale.




Das mein Tuch fertig ist hat man schon bei den Tragebildern meines blauen Bürokleides gesehen.





Das Tuch ist ein echtes Sommertuch. Herrlich leicht (165g) und durch den Seidenanteil nicht zu kuschelig warm (Shibui Staccato, 70% Merino, 30% Seide).




Das Strickmuster ist Nangou von Melanie Berg (Mairlynd). Zum stricken für mich als Anfänger ideal, die Größe ist super, die Asymmetrie überzeugt beim Tragen ... ich mag es sehr!






Die Streifen sind übrigens nicht "nur" Streifen sondern ein hübsches Lochmuster:





Und wie viele Andere auch habe ich durch diesen Knit Along erkannt wie entspannend es ist ein Tuch zu stricken. Deshalb geht es auch hier weiter. Nicht mit West sondern mit Berg. Die Strickmuster von Mayrlind finde ich durchweg toll und habe schon das nächste Tuch begonnen. Drachenfels.




Und auch diesesmal stricke ich nicht allein ... meine Mama strickt ebenso Drachenfels. Da freu' ich mich schon euch beide Varianten zusammen zu zeigen. Einmal in blau/grün/grau und einmal in rot/braun/violett.

Samstag, 30. April 2016

UFO - April II

Letzter Tag im Monat und bei Yvonnetsureal wird Resümee gezogen was aus dem Vorhaben die unfertigen Nähobjekte zu beenden geworden ist.

Da es bei mir kein echte Problem - UFO sondern nur ein über den Jahreswechsel liegen gebliebener Rock war ging alles recht schnell. Reißverschluss rein, Beleg und Futter rein, alles Säumen.  






Dass ich den Schnitt mag war schon vorher klar, meiner erste Variante war noch kleingemustert, dann eine Variante mit angereihtem Rock anstelle der Kellerfalten, mein Rosenrock und noch etwas verschmälert in gestreift. Jetzt also Version 4, der Rock aus schwarzem Unikko von marimekko. 





Fertiggenäht und Fotografiert (von der lieben Elke (ja, nicht nur ich heiße so :-)) , die Nähzeit geopfert hat um eine Runde spazieren zu gehen) wurde mein April-UFO beim Nähwochenende auf der Burg Feistritz.




Ich hatte ja etwas Befürchtungen dass der feste Baumwollstoff ganz und gar unkontrolliert in alle Richtungen absteht, das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet, aber ausreichend Stand hat er auf alle Fälle und ein klein wenig Bewegung genügt um den Rock fliegen zu lassen.








Der April wäre also erfolgreich abgeschlossen. Was kommt im Mai?
Nachdem das hier ein Anfänger UFO war wird es nächsten Monat ein klein wenig ernster ... zumindest handelt es sich diesesmal um ein echtes sehr altes UFO.

Es muß von Anfang 2013 sein. Ich wollte damals ein graues Kleid aus Romanti (geplant war es zu braunen hohen Stiefeln und braunem Gürtel) nach dem Lieblingskleiderschnitt von 2012 (mein Erbswurstkleid) nähen. Leider zickte meine Nähmaschine und es wurde getrennt und genäht und getrennt und die Absteppungen wollten nicht gelingen. In meiner Verzweiflung nähte ich noch irgendwie die Ärmel ein und dann gab ich mit der alten Maschine auf und kauft dann doch eine Neue. Das Kleid blieb liegen ... ich hab es heute wieder gesucht und gefunden. Ich muß erst mal sehen ob es so ungefähr passt und ob ich es wirklich haben möchte, vielleicht wenigstens als bequemes Hauskleid. Ende Mai wird verraten was daraus geworden ist.

Freitag, 29. April 2016

Burg Feistritz, Dolores, einige Nähmaschinen und ich

Seit ein paar Jahren liest man hier im Herbst dass ich auf "der Burg" zum Nähen war
(2012, 2013, 2014, 2015). Meist nur versteckt in einem Post bei dem es um ein Kleidungsstück geht, zwischendurch doch mal mit ein paar Bildern. Keine große Lobhudelei, wenig überschwängliche Worte. 






Vorletztes Wochenende war ich wieder da (obwohl gar nicht Herbst war ;-) ). Zum Nähen auf der Burg Feistritz mit Dolores vom kleinformat. Zum 5ten mal, 650 km weit gefahren um zu nähen, es war Jubiläumsburg, die 10 (und Letzte).





Als Dolores bei einem Frühstück (in der Burgküche (leider keine Fotos, sooo schön) in irgendeinem Herbst (ich glaub 2013 *hihi*) mal fragte was der Grund sein kann dass man soweit anreist um dort zu nähen (und ich war nicht die, die den weitesten Weg hatte, ich sage nur Hamburg-Feistritz 1000km) wusste ich gar keine Antwort ... ja wieso eigentlich?

  • Die hübschen Kavaliershäuschen als Unterkunft, Nähatelier, Versorgungszentrale?
  • Burg Feistritz in idyllischer Lage sehr sehr weit weg vom Alltag?
  • Österreich wo man sich als Ausländer einfach mal "dumm" stellen darf, die Speisekarte nicht lesen kann, nicht mitreden kann wenn es um den neuesten Laden in Wien geht, den (hoffentlich) zukünftigen Bundespräsidenten in der Gaststätte nicht kennt?
  • Ein Wochenende lang nur nähen? (Kann ich das nicht näher zu Hause auch?)
  • Ein ungezwungenes Nähwochenende wo alles genäht werden kann (von 30 Shirts am Stück, über Hausschuhe, Kasperletheatervorhängen, Nähmaschinenkunst, Ganzkörperoveralls (bevor Jumpsuits in jedermanns Munde waren), Mäntel, Taschen, Kinderröcke, bis zum Kleid (und wenn das Futter, oder auch der Reissverschluss (wahlweise Knöpfe o.ä.) gefehlt hatte, egal, irgendjemand konnte aushelfen))?
  • Die kompetente und doch unaufdringliche Hilfe durch Dolores wenn man nicht mehr weiterwußte (z.B. meine erste Burg, ein Kinderkleid nach Burda ... "leg das weg und mach was ICH sag")?
  • Die Kombination aus Nähen, der Möglichkeit zu Pausen beim Waldspaziergang, oder "rumhängen" im Vorraum wo zugeschnitten, gelesen, beraten, Stoff von Alex gestreichelt und von Hand genäht wurde?
  • Die kleine Gruppe von 14 Personen?



Bestimmt war nicht immer alles supidupi harmonisch durchgestylt perfekt, genau das war es aber vermutlich dass so anziehend war dass ich immer wieder gerne so weit gefahren bin. 

5 Jahre, 5 mal Nähen auf der Burg, viele Unbekannte, einige dann doch immer wieder getroffen, die letzten zweimal hatte ich sogar "Verstärkung" mitgebracht :-)




Danke Dolores, Danke Alex, Danke der Burgherrin dass wir dort Nähen durften.
Schade dass es vorbei ist denn auch wenn ich es nicht gerne zugebe so bin ich doch (mit dem Alter ;-) ) ein Gewohnheitstier geworden, und Nähen auf der Burg im Herbst war schon ein fester Bestandteil meines Jahresablaufs.


Zum Schluß ein unperfektes sonniges Lieblingsbild vom Wochenende. 



... und uns allen eine gute Zeit mit wenig geiselnden Terminen (denn eigentlich kann ich es sehr gut verstehen wenn jemand sagt 10mal ist eine gute Zahl um aufzuhören), Zeit für anderes, Zeit für neues.